Wendebuch in Deutsch und Englisch
192 Seiten
29,90 €
Mehr Wert für die Gesellschaft schaffen
Von Alexander Mülhaupt und Evelyn Holley-Spiess
Wir betrachten unsere medizinische Versorgung oft als selbstverständlich – und vor allem aus einem, sehr begrenzten, Blickwinkel: Gesundheitsversorgung als Kostenfaktor. Damit geht der der wahre Wert für den einzelnen und die Gesellschaft insgesamt verloren. Was wäre, wenn wir das Gesundheitswesen nicht länger als lästigen finanziellen Aufwand, sondern als strategische Investition in unsere kollektive Zukunft begreifen? In ausführlichen Gesprächen mit Wissenschaftler:innen, Ärzt:innen und Forscher:innen zeigen die Autor:innen, dass Investitionen in Gesundheit weit mehr sind als isolierte Ausgaben. Sie sind strategische Entscheidungen, die sich nachhaltig auf alle Ebenen unseres Lebens auswirken – von der individuellen Gesundheit über soziale Netzwerke, Arbeits- und Wohnbedingungen bis hin zum Wohl der Gemeinschaft.
Herausgeber:innen:
Alexander Mülhaupt ist seit März 2025 Geschäftsführer der Roche Austria GmbH. Seine 23-jährige internationale Karriere bei Roche führte ihn zuletzt als General Manager nach Neuseeland. Davor war der gebürtige Deutsche als Head Global Oncology Strategy, Lifecycle Leader und in weiteren Top-Funktionen in der Schweiz, den USA und Kanada tätig. Er folgt seiner Ambition, den umfassenden Mehrwert von pharmazeutischen Innovationen für die Gesellschaft darzustellen und Patient:innen in Österreich den bestmöglichen Zugang zu innovativen Therapien zu ermöglichen.
Evelyn Holley-Spiess ist eine der profiliertesten Sozial- und Gesundheitsjournalistinnen Österreichs. Sie war Gründungsmitglied bei der Tageszeitung „WirtschaftsBlatt“. In der Folge war sie Kommunikationschefin der Wiener Gebietskrankenkasse und danach als PR- und Kommunikationsexpertin bei weiteren Stakeholdern im Gesundheitswesen tätig, u. a. in der Ärztekammer. Die Wienerin hat an der Universität Wien Publizistik und Kommunikationswissenschaften studiert.
Der Untertitel Ihres Buches lautet „Mehr Wert für die Gesellschaft schaffen“. Was ist damit konkret gemeint?
Wir betrachten das Gesundheitssystem und damit verbundene Entscheidungen noch immer zu oft eindimensional – nämlich als reine Kostenfrage. Das greift zu kurz. Gesundheitsinnovationen sind strategische Investitionen in unsere Zukunft. Sie sind nicht per se Ausgaben, sondern können im Gegenteil sogar Kosten sparen. Stichwort: Prävention. Sie schaffen Wert auf vielen Ebenen: für Patient:innen, für Angehörige, für den Arbeitsmarkt und letztlich für die gesamte Volkswirtschaft. Wenn Menschen länger gesund bleiben, arbeiten können, selbstständig leben und am sozialen Leben teilnehmen, profitiert die Gesellschaft insgesamt.
Das Buch vereint Stimmen aus Wissenschaft, Praxis und Politik. Welche gemeinsamen Leitgedanken ziehen sich durch die Beiträge?
Trotz der unterschiedlichen fachlichen Zugänge ist die Übereinstimmung groß. Erstens: Innovation sollte entlang der gesamten Versorgungskette gedacht werden – von Prävention über Diagnostik und Therapie bis hin zu Pflege und Nachsorge. Zweitens: Digitalisierung und Datenvernetzung sind ein Schlüssel für bessere Versorgung. Und drittens: Wirkung zählt. Wir sollten uns immer fragen, welchen konkreten Nutzen Innovationen bringen – etwa in gewonnenen gesunden Lebensjahren, höherer Lebensqualität oder gesellschaftlicher Teilhabe. Genau deshalb spielen Konzepte wie „Health in All Policies“ im Buch eine zentrale Rolle.
Was sollen Leser:innen und Entscheidungsträger:innen aus dem Buch mitnehmen?
Man kann in den Gesprächen sehr gut erkennen, dass wir Gesundheit umfassender denken sollten. Das betrifft sowohl die Verknüpfung mit anderen Lebensbereichen, als auch die Zeitachse, in der wir denken. Das Gesundheitssystem ist kein isolierter Bereich, sondern eng mit Bildung, Arbeitsmarkt, Sozialpolitik und Wirtschaft verflochten. Und ja, es gibt aktuelle Probleme, die zu lösen sind, aber es darf nicht allein um das tagespolitische Geschehen oder den Zeitraum einer Regierungsperiode gehen. Unser Buch ist eine Art Landkarte: Es zeigt, wo der Handlungsbedarf am größten ist und welche Hebel wir nutzen können. Wenn es gelingt, die Debatte weg von kurzfristigen Sparlogiken hin zu langfristigem Mehrwert zu verschieben, dann hat diese Publikation ihr Ziel erreicht.
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